Das Dorf stellt sich vor
Spuren der Geschichte

Die 1883 erschienene Künzelsauer Amtsbeschreibung charakterisierte das Dörflein Ginsbach hinsichtlich seiner Lage folgendermaßen:
„An der Einmündung eines kleinen Bächleins, die untere Gins genannt, in die obere Gins, wie der von Ober-Ginsbach kommende Ginsbach hier heißt, mitten zwischen Ober-Ginsbach und Altkraut-
heim, liegt das kleine Dorf
Unter-Ginsbach in freundlicher Umgebung. An dem steilen Talgehänge auf dem rechten Ufer des Ginsbachtales sind fleißig angebaute Weinberge,
den Talgrund bilden schöne Wiesen, die sanfter ansteigenden Höhen auf dem linken Ufer des Baches bilden das Ackerfeld, die Höhen krönt ein schöner Wald. Das Dorf liegt größtenteils auf dem linken Ufer des Baches und ist in das Seitental hineingebaut“.
Was die Gründung Unterginsbachs betrifft, gibt es insofern Schwierigkeiten, als die älteren Urkunden häufig Unter- und Oberginsbach nicht unterscheiden. Aus schriftlichen Quellen weiß man aber, dass um 1090 dem Kloster Komburg Besitzungen in „Gynesbach superiori et inferiori“ (im oberen und unteren Ginsbach) zugefallen sind.
Im Württembergischen Urkundenbuch Bd.I., Seite 398, ist im Comburger Schenkungsbuch im Jahre 1096 in lateinischer Schrift u.a. eingetragen: .......Ginsbach mit allem Zubehör .... und zwar erwirbt dies Graf Burkhard von seinem Bruder Emehard, Bischof von Würzburg. Beide gehören dem Grafengeschlecht Comburg an.
Im Original heißt es „Ginnisbach“ und dabei ist alles offen gelassen und so werden in Urkunden beide Orte, als Unterginsbach und Oberginsbach, über eine längere Zeit bezeichnet. Erst 1266 wird in einer Urkunde des Konrad von Krautheim ... in superiori Ginnesbach ... (Oberginsbach) genannt und 1329 liest man erstmalig in einer Urkunde von “Nieder Ginsbach”.
Später war Unterginsbach in den Besitz der Herren von Krautheim gekommen und gehörte in d ie kurmainzische Cent nach Ballenberg. Mit Altkrautheim fiel die Herrschaft zu Unter-Ginsbach im 14. Jahrhundert zu Mainz.

Zu beachten ist dabei aber, dass Herrschaftsverhältnisse im Mittelalter nicht immer bis in alle Einzelheiten zurückverfolgt werden können, da sich im Laufe der Zeit verschiedenartigste Abhängigkeiten herausgebildet hatten.


Bilder der näheren Vergangenheit

Ein Streifzug durch das Ortsgeschehen

1974
Einweihung des Kindergartens für Altkrautheim, Ober- und Unterginsbach. Einweihung des neu angelegten Friedhofs mit Leichenhalle.
1976
Flurbereinigung in vollem Gange, wobei ein Badesee und zwei Fischteiche angelegt wurden.
1984
Mitglieder des Singkreises versuchen sich im Theaterspiel. Daraus entsteht die bis heute erfolgreiche „Theatergruppe des Singkreises Unterginsbach“.
1987
Einweihung des Fußballplatzes am Badesee.
1989
Einweihung der gut gelungenen Märzenbachhalle und des neu gestalteten Dorfplatzes gegenüber dem Rathaus. Ottmar Beck wird Ortsvorsteher.
1990
Zum Gedenken an die deutsche Wiedervereinigung pflanzen die Jugendlichen des Ortes am 3. Oktober auf der Gemarkung Halde eine Linde. Sie wird allgemein „Einheitslinde“ genannt und jedes Jahr findet am Tag der deutschen Einheit in der Halde das Lindenfest statt.
1991
Gründung der Germania Unterginsbach als eingetragener Verein. Gründung eines Fischereivereins.
1996
900-Jahr-Feier unseres Dorfes. Einweihung des an die Märzenbachhalle angebauten Jugendraumes – in Eigenleistung erstellt.
2000
Die Germania Unterginsbach veranstaltet das 1. Strassenfest in der Brunnengasse unter der alten Linde. Gleichzeitig wird unter dem Motto „run and fun“ ein 10-km-Geländelauf organisiert, welcher Teilnehmer aus ganz Baden-Württemberg anzieht.
2001
Zum 1. Januar schließt die Gastwirtschaft „Zum Grünen Baum“ der Familie Oskar Mütsch. Unterginsbach hat jetzt kein Gasthaus mehr.